Vorarlberger auf dem Kriegspfad.

Burg Arlen

oder wie der Arlberg zu seinem Namen kam.

Zugegeben, viel ist von Burg Arlen in Tirol nicht mehr übrig. Denn sie haben ganze Arbeit geleistet: Anno 1312 die Allgäuer, 1404 die brandschatzenden Vorarlberger und schließlich der Zahn der Zeit. Burg Arlen ist heute Geschichte, dabei ist der Arlberg lebendiger denn je.

1225 Die Gründung

Burg Arlen bzw. ihre Ruinen liegen am oberen Ortsende von Nasserein (am Ende der Rodelbahn) – am Schloßkopf, wie die Bergkuppe heute noch genannt wird. Erbaut wurde die Feste von 1225 bis 1250 vom Geschlecht der Schrofensteiner im Rahmen der Verkehrserschließung des Arlbergs, die 1218 begann. Urkundlich erstmalig fassbar wird die Burg 1279 mit dem Schrofensteiner Otto de Arlberch. Bis 1310 war die Burg im Familienbesitz.

Ihr Zweck war es - aufgrund der Lage wenig überraschend - den Verkehr über den strategisch wichtigen Arlberg Pass abzusichern. Die Überquerung des Passes war damals noch eine lebensgefährliche Angelegenheit.

Der Name Arlberg läßt sich zurückverfolgen bis ins Jahr 1218, wo er - je nach dem - mal Arle, Arlen, Montem Arili oder Arlenperge geschrieben wurde. Er bedeutet soviel wie Latsche bzw. Bergkiefer. Manches deutet jedoch darauf hin, dass der Name möglicherweise noch sehr viel älter sein könnte.

1312, 1406 Der Niedergang

Reste von Burg Arlen
Die Reste von Burg Arlen.

Die erste Zerstörung im Jahre 1312 ging zurück auf eine Fehde mit den Freiherren von Rettenberg im schönen Allgäu. Diese waren freilich wenig erbaut, dass sie von den Schrofensteinern in insgesamt sieben Raubzügen ausgeplündert wurden. Die Rettensteiner und ihre Bundesgenossen zahlten es in gleicher Münze heim, verwüsteten das Stanzertal und Burg Arlen gleich dazu.

Bei den Friedensverhandlungen 1316 wurde die Burg nicht mehr an die Schrofensteiner zurückgegeben, sondern dem Landesherren unterstellt, der sie (vermutlich aufgrund ihrer verkehrswichtigen Lage) wieder aufbauen ließ.

1406 wurde der Burg im Zuge der Appenzellerkriege endgültig der Garaus gemacht. Das Gemäuer wurde dem Erdboden gleichgemacht, der Burgherr in Pettneu aufgehängt. Ende der Geschichte.

Heute

befindet sich auf dem Burghügel eine Lourdeskapelle, in denen ehemalige Buckelquader von Burg Arlen als Ecksteine verbaut worden sind. Die Kapelle wurde Ende des 19. Jh. errichtet.

Für jemanden, der sich für Geschichte interessiert, ist ein kleiner Ausflug auf den Burghügel in jedem Fall ein lohnender Ausflug.

Lourdeskapelle St. Anton | Quelle: luckyprof
Lourdeskapelle St. Anton
Quelle: luckyprof

1375 Die folgenreiche Geschichte von Heinrich Findelkind

In der Zeit zwischen den Zerstörungen von Burg Arlen ereignet sich etwas Besonderes, wovon die Region bis weit über den Arlberg hinaus bis heute profitiert:

Heinrich Findelkind - so hieß ein zwölfjähriger Junge, der 1375 von zwei Priestern auf dem Weg nach Rom in Vorarlberg aufgelesen und von ihnen nach Burg Arlen gebracht wurde. Auf Bitte des Burgherrn durfte er bleiben und diente ihm fortan als Hirte und Schwertträger.

Die damaligen Zeiten waren hart. Nicht wenige Menschen kamen im tiefen Schnee auf dem Arlberg Pass zu Tode. Dies barmte Heinrich Findelkind, der sich entschloß, mit seinem Ersparten, das er sich als Hirte des Burgherren verdient hatte, eine Unterkunft auf dem Arlberg zu bauen: Das künftige Hospiz St. Christoph am Arlberg.

1385 zu Weihnachten erhielt Heinrich Findelkind die Erlaubnis von Herzog Leopold III. von Österreich, der sogar ein Stück Land auf der Arlbergpasshöhe gestiftet haben soll. Und so konnten 1385 die Bauarbeiten für die Herberge beginnen, die vielen Reisenden am Arlberg das Leben rettete.

Und so entstand die Bruderschaft St. Christoph, die bereits 1415 bereits 2000 Mitglieder gehabt haben soll.

Hospiz St. Christoph
Hospiz St. Christoph

Bruderschaft St. Christoph am Arlberg

Ist eine Vereinigung der christlichen Nächstenliebe mit über 20.000 Mitgliedern. Sie ist mithin eine der größten caritativen Vereinigungen des Alpenraumes. Ihre selbstgesetzt Aufgabe ist es, in Not geratenen Familien zu helfen.
Ihr Sitz ist in St. Christoph am Arlberg.




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